Niederlande: Glücksspielbehörde straft zwei Glücksspielanbieter ab

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Veröffentlicht am 13. September 2021

Dank der individuellen Glücksspielgesetze sollte es in Europa nicht mehr möglich sein, dass ein Glücksspielanbieter sein Angebot ohne entsprechende Lizenz präsentiert. Das könnte man zumindest denken. Trotzdem war in den Niederlanden möglich, dass zwei verschiedene Glücksspielanbieter ihr Sortiment ohne Lizenz anboten. Die Glücksspielaufsicht schritt jedoch ein und es kam zu einer Unterlassungsanordnung.

Bingo und Lotto betroffen

Inhaltsverzeichnis:

Bingo und Lotto betroffenKooperation mit Facebook ab 1. Oktober 2021Politiker und Suchtberater kritisieren DeutschlandSind Online Casinos unsicher?

Viele Online Glücksspielanbieter nehmen in ihr Sortiment nicht nur Slots und klassische Casinospiele auf. Auch Bingo, Keno und Sofortrubbellose sind mit von der Partie. Sollte es aufgrund des entsprechenden Glücksspielgesetzes möglich sein, auch Lotto anzubieten, wird auch dies öfter durchgeführt. All dies geschah in den Niederlanden ohne Lizenz. Es geht um die Konzerne Luxury Bingo und Lotterie BSB Shop. Beide hätten ihr Angebot ohne Lizenz präsentiert und wurden deshalb von der KSA bereits angemahnt. Das führte jedoch nur dazu, dass die Angebote kurzfristig von der Bildfläche verschwanden.

Nun war es erneut möglich, beide Angebote in Anspruch zu nehmen. Aus diesem Grund sprach die KSA nun ein Unterlassungsgebot aus. Das lag unter anderem daran, da zum Beispiel Lotterie BSB Shop einfach von Facebook auf Discord wechselte. Ein Spielen war somit weiterhin möglich. Von solch einem Vorgehen sollten die beiden Anbieter in Zukunft absehen. Immerhin droht Luxury Bingo für jeden Verstoß eine Strafe von 3.000 Euro – insgesamt fallen 30.000 Euro an. Lotterie BSB Shop trifft es noch härter, sie müssen mit einer Gesamtstrafe von 35.000 Euro rechnen.

Kooperation mit Facebook ab 1. Oktober 2021

Bereits im Oktober 2020 ging die KSA eine Kooperation mit Facebook ein. Ziel ist erneut die Bekämpfung von illegalen Glücksspielen und die Erhöhung der Spielersicherheit. Es soll damit gewährleistet werden, dass immer nur legale Glücksspiele angeboten werden, sodass sich die Spieler in Sicherheit wiegen. Anbieter, die keine Lizenz besitzen, würden laut KSA nicht zu einem sicheren Spiel führen. Aus diesem Grund weist die KSA Facebook auf illegale Anbieter hin, die sodann von Facebook entfernt oder zumindest blockiert werden.

In erster Linie sollen hiermit die sogenannten Dipping-Lotterien bekämpft werden. Die Teilnahme an solchen Spielen ist kostenpflichtig, die Bezahlung erfolgt über Online Banking oder andere Online Zahlungssysteme. Als Gewinn sehen die Dipping-Lotterien entweder Sachpreise oder Geldpreise vor. Mit ein Grund für das Vorgehen stellt das neue Glücksspielgesetz dar, das in den Niederlande ab dem ersten Oktober gültig wird.

Im Übrigen haben die Anbieter dieser Lotterien nicht nur in den Niederlanden, sondern auch in anderen Ländern ihren Firmensitz. So stellt sich die Frage, ob sie auch in Deutschland ihr Sortiment anbieten könnten.

Politiker und Suchtberater kritisieren Deutschland

In Deutschland ist aufgrund des neuen Glücksspielstaatsvertrages zum ersten Mal ein legales Glücksspielangebot möglich. Die Vergabe der Lizenzen und die Kontrolle der Glücksspielanbieter soll eine eigene Glücksspielbehörde übernehmen. Auf diese Weise soll in Deutschland ein sicheres Glücksspiel gewährleistet sein. Aber: Sowohl Politiker als auch Suchtberater kritisieren die geplante Sicherheit. Diese wäre im Moment noch nicht gewährleistet, da die deutsche Aufsichtsbehörde erst zum Jahr 2023 ihre Arbeit aufnimmt.

Bis zu dieser Zeit würden laut CSU-Politikerin und Drogenbeauftragte Daniela Ludwig zwar Lizenzen vergeben, die Einhaltung der Vorschriften wäre jedoch nicht gewährleistet. Ihrer Meinung nach müssen nun die Länder die Überprüfung der Online Casinos übernehmen. Schließlich hätten sie es versäumt, dass die Aufsichtsbehörde ihre Arbeit aufnimmt.

Ähnlich sieht es eine Suchtberaterin der Diakonie in Bayreuth. Auch sie weist auf die 450.000 Spielsüchtigen in Deutschland hin. Diesen hätte man versprochen, dass sich der Spielerschutz erhöht und dass sich jeder selbst sperren lassen können. Bei ihrer eigenen Recherche jedoch hätte sie kaum eine Möglichkeit gehabt, ihr eigenes Konto zu sperren.

Sind Online Casinos unsicher?

Online Casinos sind keinesfalls unsicher. Jeder Spieler sollte lediglich ein paar Tipps beachten, um kein verantwortungsvolles Spielen zu entwickeln. So könnte sich jeder Spieler ein eigenes finanzielles Limit oder gar ein Zeitlimit setzen. Viele Online Glücksspielanbieter unterstützen diese Ideen, indem sie die Möglichkeit einer Pause einbauen. Damit wird das Konto nicht gesperrt, ist aber für eine kurze Zeit nicht mehr verfügbar – dies wird oft als Abkühlung bezeichnet.

Ebenso bieten die meisten Online Casinos nicht nur ein Einsatz- sondern auch ein Verlustlimit an. Sollte all dies noch nicht wirken, erfahren die Spieler auf der Casinoseite, an wen sie sich bei Bedarf wenden könnten, um professionelle Hilfe zu erhalten. Dank dieser Beratungen können die Spieler getrost zu den zahlreichen Promotions in Form von Boni, Freispielen und Cash-Back greifen. All diese Aktionen mindern den eigenen Einsatz und erhöhen die Gewinnchancen. Wer auch bei diesen seine selbst auferlegten Limits beachtet, geht kaum ein Risiko ein.

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